Die atomare Abschreckung diente immer der Verteidigung. „Greifst Du mich an, stirbst Du“. Wer zuerst schießt, stirbt als Zweites.
Russland hat die Spielregeln geändert. Nun dient die atomare Abschreckung auch zum Angriff an ein anderes Land, das keine Atomwaffen hat, und man droht der einer anderen Atommacht: „Mischst Du Dich so extrem ein, dass ich meine Beute nicht heimführen kann, stirbst Du.“
Interessant dabei ist, dass die Konsequenz, dass man dann selbst auch sterben wird, völlig außen vor gelassen wird, und die angesprochene Atommacht, da der eigentliche Angriff ja nicht ihr selbst galt, die Drohung letztendlich akzeptiert. Und kommt man einmal damit durch, gibt es keinen Grund, es nicht auch ein zweites Mal und öfters zu versuchen.
Die UNO wurde am 25. Juni 1945 gegründet, ihre Taufe erhielt sie mit der UN-Charta am 24. Oktober 1945, den man seitdem auch den Tag der UNO bezeichnet.
Die Welt wurde trotzdem nicht friedlich. Aber der ganz große Konflikt blieb aus, auch wenn man Stellvertreterkriege führte. Kleinere Konflikte konnten, solange im Sicherheitsrat keine Veto-Macht von ihrem Vetorecht Gebrauch machte, eingedämmt werden.
Und nun verhandeln die USA und der Aggressor Russland über einen Waffenstillstand in der Ukraine, und am Montag zeigte sich endgültig, dass die USA auf der Seite des Aggressors stehen. Die USA bauen den Druck gegen das angegriffene Land auf, es solle sich den Forderungen des Aggressors beugen, und dieser stellt immer neue Forderungen. Und das sogar für einen umfangreichen Waffenstillstand. Forderungen, die die Ukraine nicht annehmen kann, da sie danach nicht mehr verteidigungsfähig wäre und Russland jederzeit, aus einer besseren Lage, wieder die Waffen sprechen kann.
Am Montag würde eine Teilwaffenruhe für das Schwarze Meer beschlossen, mit weiteren weitreichenden Zugeständnissen der USA an Russland.
Für die Ukraine hat diese Waffenruhe im Schwarzen Meer keine Vorteile. Es hatte sich schon in den letzten drei Jahren die Schiffsrouten, die es für seinen Handel benötigt, freigekämpft.
Die USA wollen eindeutig einen „Deal“ mit dem Aggressor Russland. Das angegriffene Land hat zu kuschen.
Und die UNO. Die sitzt nicht einmal auf den Zuschauerrängen, sondern bekommt von den Ergebnissen aus den Zeitungen mit und hat kein Wort mitzureden. Für Europa gilt das Gleiche.
Wir sind wieder da, wo wir vor dem 2. Weltkrieg jahrhundertelang waren. Und Russland zeigt, was es mit seiner genannten multipolaren Weltordnung meint. Die großen, die starken Mächte teilen sich ihre Einflussgebiete untereinander auf. Die kleinen Länder haben sich zu fügen.
Und die AfD, was macht die? Die bewundert immer noch Russland und steht auf seiner Seite.
Die USA wurden von der AfD immer verachtet. Solange die USA uns als Verbündeten und Partner betrachteten, schimpfte die AfD, wir wären ihre Vasallen und die USA sollten aus Deutschland, wenn möglich, aus ganz Europa verschwinden. Heutzutage, wo die USA eine Regierung haben, die Deutschland und ganz Europa als lästige, ungehorsame Vasallenstaaten betrachtet, von deren Territorium man gerne etwas überschrieben haben möchte, wird die USA komischerweise von der AfD gefeiert.
Und die UNO könnten wir zum 80. Geburtstag, am 25. Juni 2025, beerdigen. Es gilt wieder uneingeschränkt das Recht des Stärkeren.
Und es gibt viele ungelöste Territorialstreitigkeiten auf der Welt. Mit welcher Berechtigung sollte die UNO da noch schlichten können, wenn die Großen dieser Welt doch einfach Grenzen militärisch verschieben dürfen, wie es Russland gerade macht, oder damit drohen, wie es die USA und die VRC es machen.
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